Blütenstadt Werder (Havel)

Bericht der Bürgermeisterin 12/2025

Bericht von Manuela Saß zur Stadtverordnetenversammlung am 11. Dezember 2025.

Sehr geehrte Frau Vorsitzende,
sehr geehrte Damen und Herren Stadtverordnete,
liebe Gäste,

ich berichte Ihnen nachfolgend über die wichtigsten Aktivitäten der Stadtverwaltung seit der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung im September. Die Schwerpunkte lagen in den Bereichen Stadtentwicklung und Infrastruktur, Bildung und Soziales, Sicherheit, Kultur und Erinnerungskultur sowie Bevölkerungsschutz.


Stadtentwicklung, Bauen und Infrastruktur

Fertigstellung des Minikreisels Phöbener Straße
Nach rund elf Wochen Bauzeit konnte der neue Minikreisel an der Kreuzung L 90 (Phöbener Straße) / Kesselgrundstraße für den Verkehr freigegeben werden. Die Maßnahme wurde gemeinsam mit dem Landesbetrieb Straßenwesen umgesetzt. Bereits jetzt ist zu erkennen, dass sich der Verkehrsfluss deutlich verbessert hat: Fahrzeuge können die Kreuzung zügiger und zugleich sicherer passieren; die überfahrbare Mittelinsel ermöglicht auch Bussen und größeren Transportern ein problemloses Befahren.

Ausbau Eisenbahnstraße – Vorbereitung des zweiten Bauabschnitts
In enger Abstimmung mit dem Landesbetrieb Straßenwesen bereitet die Stadt den Ausbau des zweiten Abschnitts der L 90 / Eisenbahnstraße vor. Der Abschnitt beginnt nördlich der Adolf-Damaschke-Straße am bereits hergestellten ersten Teilstück und reicht bis zur Bernhard-Kellermann-Straße. Der Baubeginn ist für Mai 2026 vorgesehen. Ziel der Planung ist eine neue Raumaufteilung, die sicheres Verkehrsverhalten für alle Verkehrsteilnehmer erleichtert.

Havarie der Fernwärmeleitung Adolf-Damaschke-Straße
Die im August eingetretene Havarie der Hauptfernwärmeleitung in der Adolf-Damaschke-Straße beschäftigt uns weiter. Die Reparatur des umfangreichen Schadens dauert an; die Vollsperrung im Bereich der Hausnummer 74 muss voraussichtlich bis zum 19. Dezember 2025 aufrechterhalten werden. Die Zufahrt zu den beiden Kitas in der Straße bleibt von der Stadtseite her gewährleistet.

Richtfest am Schwalbenbergweg – bezahlbarer Wohnraum
Am Schwalbenbergweg hat die kommunale Haus- und Grundstücksgesellschaft Werder (Havel) mbH (HGW) Richtfest gefeiert. Nach einem halben Jahr Bauzeit steht der Rohbau von drei Mehrfamilienhäusern mit insgesamt 27 belegungsgebundenen Wohnungen. Damit wird zusätzlicher bezahlbarer Wohnraum, insbesondere für Menschen mit mittleren und niedrigen Einkommen geschaffen. Bereits in der Planung ist ein weiterer Bauabschnitt, um das Angebot perspektivisch auszuweiten.

Inselzentrum Töplitz – Bewerbung um LEADER-Fördermittel
Im Rahmen des LEADER-Auswahlverfahrens der LAG Fläming-Havel präsentierte die Stadt ein Projekt, das das Gebäude für Vereine, Kultur und Begegnung nutzbar machen soll. Für das alte Feuerwehrhaus in Töplitz wurden Pläne für ein multifunktionales Bürgerhaus vorgestellt. Die veranschlagten Gesamtkosten liegen bei rund 1 Mio. Euro. Im Jahr 2026 wird ein neuer Anlauf genommen, um sich für die EU-Fördermittel zu bewerben und so das Inselzentrum als lebendigen Anlaufpunkt für den Ortsteil realisieren zu können.


Bildung, Kinder und Familien

Kita-Umzüge und Einweihung von Kunstwerken
Die Kita-Umzüge in der Adolf-Damaschke-Straße sind abgeschlossen. Die neuen Standorte konnten planmäßig bezogen werden. Zur Einweihung konnten mit Unterstützung der HGW zwei großformatige Bilder von Peter Weymann an die Einrichtungen übergeben werden. Die Kunstwerke sollen die neuen Räume aufwerten und zugleich ein sichtbares Zeichen der Verbundenheit zwischen Stadt, Träger und Familien setzen.

Schulische Infrastruktur
Um die Schulplatzsituation zu verbessern, erhält die Karl-Hagemeister-Grundschule einen temporären Erweiterungsbau in Modulbauweise. Die ersten Container wurden angeliefert und gesetzt. Der Innenausbau hat begonnen. Insgesamt entstehen acht Klassenräume, ein Bewegungsraum, vier Differenzierungsräume sowie Aufenthalts- und Sanitärräume. Für Errichtung und Miete über fünf Jahre sind rund 3,67 Mio. Euro im Haushalt eingeplant.

Den Schulweg im Blick
Das Ordnungsamt ist werktäglich an den Grundschulstandorten im Einsatz. Es geht um Sicherheit, Aufmerksamkeit und Miteinander. Die Mitarbeiter begleiten die Ankunft der Schulbusse und achten auf ein rücksichtsvolles Miteinander von Elternverkehr, Linienbussen und Schülerinnen und Schülern. Ziel ist es, Konflikte zu entschärfen, auf korrektes Halten und Parken hinzuwirken und so die Sicherheit auf den Schulwegen insgesamt zu erhöhen.

Kontrollen gegen illegale Vapes und Tabakkonsum Minderjähriger
In den vergangenen Wochen wurden gemeinsam mit Polizei und Gewerbeamt verstärkt Kontrollen in der Umgebung von Schulen, an Bushaltestellen und auf Schulwegen durchgeführt. Schwerpunkt war hierbei die Einhaltung des Rauchverbotes für Minderjährige sowie die Ahndung des Verkaufs und Konsums illegaler E-Zigaretten und Vapes. Dabei wurden nicht zugelassene Geräte und Tabak ohne Steuerbanderole festgestellt; entsprechende Maßnahmen wurden eingeleitet.


Soziales, Senioren und Pflege

Pakt für Pflege – Exkursion und Projekte
Im Rahmen einer Exkursion zum Thema „alterns- und pflegegerechte Kommune“ präsentierten wir gemeinsam mit der Fachstelle „Altern und Pflege im Quartier“ (FAPIQ) die in Werder (Havel) seit 2021 umgesetzten Projekte aus dem Pakt für Pflege. Dazu zählen unter anderem das Erzähltheater, der Ausbau der Angebote im Begegnungszentrum „Treffpunkt“ in den Ortsteilen, regelmäßige Seniorenfrühstücke sowie die Demenz-Unterstützungsgruppe „VergissMeinNicht“.

Vorgestellt wurde zudem das Netzwerk „Gemeinsamkeit im Alter, sowie das gemeinsam mit dem Jugendbeirat organisierte „Smartphone-Café“, in dem Jung und Alt voneinander lernen. Die Fachstelle bescheinigte Werder (Havel) vielfältige und wirksame Bausteine für eine alterns- und pflegegerechte Stadt.

Seniorenarbeit und Begegnung
Der Seniorenbeirat hat sein Herbstfest im Schützenhaus mit großem Erfolg durchgeführt. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt; Musik, Tanzangebote wie die Line-Dance-Gruppe „Fireboots“ sowie der Besuch der Baumblütenkönigin sorgten für einen fröhlichen Nachmittag. Der Beirat zieht ein sehr positives Fazit, das zugleich zeigt, wie wichtig solche Begegnungsangebote für den gesellschaftlichen Zusammenhalt sind.


Kultur, Freizeit, Tourismus und Stadtfeste

Open-Air-Ausstellung 35 Jahre Deutsche Einheit
Anlässlich des 35. Jahrestages der Deutschen Einheit wurde auf dem Marktplatz der Insel eine Open-Air-Fotoausstellung eröffnet. Die Ausstellung knüpft an das Projekt „30 – eine Generation“ an und zeigt Werder (Havel) im Umbruch um 1990. Ein besonderer Dank gilt unserem Kurator Frank W. Weber. Die Ausstellung ließ den Wandel der Stadt sichtbar werden – von der damals vielfach unzureichenden Infrastruktur bis hin zur heutigen sanierten Altstadt – und würdigte die Leistungen der vergangenen Jahrzehnte.

Karneval und närrische Zeit
Mit einem Lampionumzug vom Hartplatz bis zur Bismarckhöhe hat der Karnevalsclub Werder am 11.11. die Session eröffnet. Begleitet vom Musikverein zogen Kinder und Erwachsene zur Bismarckhöhe, wo im Saal ein Vorgeschmack auf das Jubiläumsprogramm zum 65-jährigen Bestehen des Vereins gegeben wurde. Die Stadtkasse wurde traditionell symbolisch an den Karnevalsclub übergeben.

Am gleichen Tag fand um 11.11 Uhr in Glindow der Auftakt des Glindower Carneval Clubs statt, den die Stadt mit einem Zuschuss zur Vereinsarbeit unterstützt.

Tourismustag auf der Havel
Rund 40 Gastgeber und touristische Akteure der Stadt haben sich zum Werderaner Tourismustag auf einem Fahrgastschiff der Reederei Kuhl getroffen. Bei einer Fahrt über die herbstliche Havel stand der Austausch über aktuelle Entwicklungen, gemeinsame Angebote und die weitere Profilierung Werders als Tourismusstandort im Mittelpunkt. Die Veranstaltung stärkte die Vernetzung zwischen Hotellerie, Gastronomie, Freizeit- und Kulturangeboten.

Weihnachtsmarkt auf der Insel
Auf dem Marktplatz der Insel hat der traditionelle Weihnachtsmarkt stattgefunden. Er lud am 1. Adventswochenende mit Livemusik, Wichtelwerkstatt und weiteren Angeboten in stimmungsvoller Atmosphäre ein. Ziel war es, ein familienfreundliches, regional geprägtes Angebot vorzuhalten, das Einwohner und Gäste gleichermaßen anspricht. Der Markt wurde sehr gut besucht.

Baumblütenfest 2026 – Vorbereitung und Standplatzvergabe
Für das 147. Baumblütenfest laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Insgesamt gliedert sich das Fest erneut in drei Bausteine: die offenen Höfe und Gärten, der Rummel auf dem Hartplatz sowie das Volksfest in der Innenstadt.

Das Bewerbungsverfahren für Standplätze in der Innenstadt laufen noch. Parallel läuft auch das Ausschreibungsverfahren für den Bereich Hoher Weg und Bismarckhöhe. Die Flächen werden vom 1. bis 3. Mai 2026 von der Eventagentur Jüttner Entertainment bespielt. Das bewährte Konzept mit starker Betonung von Regionalität und Tradition wird fortgeführt.


Erinnerungskultur, Gedenkarbeit und Stadtgesellschaft

Gedenken an die Pogromnacht
Zum Jahrestag der Novemberpogrome hat der 1. Beigeordnete Christian Große am Mahnmal „Den Opfern von Krieg und Gewalt“ im Namen der Stadt der verfolgten und ermordeten jüdischen Einwohner Werders gedacht und ein Gebinde niedergelegt. Das stille Gedenken erinnert daran, dass Antisemitismus, Rassismus und jede Form von Menschenfeindlichkeit in unserer Stadt keinen Platz haben dürfen.

Gedenken zum Volkstrauertag
Am Volkstrauertag wurde auf dem Alten Friedhof gemeinsam der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht. Vertreterinnen und Vertreter der Stadtverordneten, der Heilig-Geist-Kirchengemeinde und zahlreiche Bürger nahmen teil; Kränze und Blumengebinde wurden niedergelegt.

„Letzte Adresse“ – Stele für Johanna und Karl-Heinz Kuhfuß
In Werder (Havel) wurde im Rahmen des internationalen Projekts „Die letzte Adresse“ eine Stele zur Erinnerung an Johanna und Karl-Heinz Kuhfuß eingeweiht. Die beiden Jugendlichen aus Werder wurden 1952 vom sowjetischen Militärtribunal zum Tode verurteilt. Die Stele steht an ihrer letzten Wohnadresse und macht dieses Kapitel der Stadtgeschichte sichtbar. Begleitet wurde die Einweihung von historischer Einordnung und Zeitzeugenberichten.

Nachrufe und persönliche Würdigungen
Mit großer Betroffenheit hat die Stadt Abschied von Pfarrer Dr. Andreas Uecker genommen, langjähriger Seelsorger der Kreuz-Kirchengemeinde Bliesendorf mit Zuständigkeit auch für Ferch, Fichtenwalde und Kanin. Sein besonnenes Wirken und seine Begleitung vieler Menschen haben in den Gemeinden tiefe Spuren hinterlassen.

Ebenso trauert die Stadt um Orgelbaumeister Matthias Schuke. Er führte den traditionsreichen Familienbetrieb nach der politischen Wende in eigener Verantwortung weiter und gab mit dem Umzug des Unternehmens in die Havelauen eine wichtige Initialzündung für die Entwicklung des Gewerbegebiets. Sein unternehmerischer Mut und sein Engagement für Werder (Havel) werden in Erinnerung bleiben.


Bevölkerungsschutz und Katastrophenvorsorge

Übung im Katastrophenschutz-Leuchtturm
In der Havelauenhalle wurde erfolgreich der Betrieb des Katastrophenschutz-Leuchtturms geprobt. Ein Team aus etwa 15 Ehrenamtlern übte erfolgreich den Aufbau und die Inbetriebnahme der Einrichtung, die der Bevölkerung in Notlagen eine zentrale Anlaufstelle sein soll. Rund 40 freiwillige Beobachter aus dem Bereich des Brand- und Katastrophenschutzes in der Region begleiteten die Übung. Das Szenario: Nach einem ersten begrenzten Stromausfall hat der Verwaltungsstab der Stadt Werder (Havel) entschieden, zum Schutz der Bevölkerung den Katastrophenschutzleuchtturm in Betrieb zu nehmen. Währenddessen kam es zum Blackout, also einem großflächigen Stromausfall.

Was soll der Katastrophenschutzleuchtturm leisten? An erster Stelle steht die Information: Was ist passiert? Wie lange dauert die Lage voraussichtlich noch an? Wie und wo bekomme ich Hilfe? Darüber hinaus ist es möglich, vor Ort Notrufe abzusetzen oder Erste Hilfe zu erhalten. Bürger können sich außerdem aufwärmen, erhalten Zugang zu Trinkwasser, können Endgeräte aufladen oder mitgebrachte Speisen erwärmen. Das Fazit von Fachbereichs- und Projektleiter Philipp Konopka war durchweg positiv: Alle Kernaufgaben des Leuchtturms konnten bei der Übung erfolgreich ausgeführt und getestet werden. Die Hinweise der Beobachter werden als nächstes gesichtet und gemeinsam mit dem Team ausgewertet. Der Dank gilt allen Freiwilligen und Akteuren, die an der erfolgreichen Durchführung der Übung beteiligt waren.


Bürgerengagement

Gartenwettbewerb „Hinterm Gartenzaun“
Im Theater Comédie Soleil wurden die neun Preisträgerinnen und Preisträger des diesjährigen Gartenwettbewerbs „Hinterm Gartenzaun“ ausgezeichnet. Bewertet wurden Vorgärten, Wand- und Fassadengestaltungen sowie Balkon- und Kübelbepflanzungen. Eine ehrenamtliche Jury sichtete die Beiträge vor Ort und entschied über die Platzierungen. Die prämierten Gärten reichen von üppigen Blühpflanzen über nach Feng-Shui gestaltete Vorgärten bis hin zu besonders artenfreundlichen Fassadenbegrünungen.

Der Wettbewerb unterstreicht, wie sehr private Gärten und Vorgärten das Bild der Blütenstadt prägen und wie stark sich viele Bürgerinnen und Bürger mit ihrem Wohnumfeld identifizieren.

Stadtradeln – dritter Gesamtsieg im Landkreis
Beim diesjährigen Stadtradeln erzielte Werder (Havel) erneut ein herausragendes Ergebnis: 365 Teilnehmer radelten in 21 Tagen 74.489 Kilometer und stellten damit einen neuen städtischen Rekord auf. Damit belegte unsere Stadt zum dritten Mal in Folge den ersten Platz in der Landkreiswertung Potsdam-Mittelmark und erhielt als Preis einen Gutschein für zusätzliche Fahrradständer.


Sehr geehrte Damen und Herren Stadtverordnete,

wenn ich auf die vergangenen Wochen zurückblicke, sehe ich sehr deutlich, wie viel in unserer Stadt gleichzeitig in Bewegung ist – auf den Baustellen, in den Schulen und Kitas, im Ehrenamt, in den Vereinen, aber auch in der stillen Gedenkarbeit. All das zeigt, wie lebendig Werder ist und wie viel Engagement dahintersteckt.

In diesen Tagen vor dem Weihnachtsfest möchte ich die Gelegenheit nutzen, für das Engagement, die oft konstruktive Mitwirkung und sachliche Zusammenarbeit im zurückliegenden Jahr herzlich zu danken. Ich wünsche Ihnen, Ihren Familien sowie allen Ihnen nahestehenden Menschen ein frohes, friedvolles und gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten, gesunden Start in das neue Jahr.

Zugleich verbinde ich mit diesen Wünschen die Hoffnung auf eine sachliche und zielführende Zusammenarbeit im kommenden Jahr – stets im gemeinsamen Interesse und zum Wohle unserer Stadt und ihrer Bürger.

Werder (Havel), 11. Dezember 2025